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AsienKarantäneküche

Das Ramenexperiment

Von 22. März 2020August 17th, 2021No Comments

Wenn wir nicht in die Ramenbar können, muss die Ramenbar halt zu uns kommen. Denn so ganz ohne Nudelsuppe der Wahl und Umami-Geschmackserlebnis geht es dann doch nicht auf Dauer. In Japan ist vegetarische Ramen selten, doch im Netz gibt es alles, auch vegetarische Ramenrezepte. Und so wagten wir uns erstmals ans Ramenkochen.

Manche Rezepte empfehlen als Substitut für Ramennudeln dünne  italienische Engelshaarnudeln (capellini). Wir hatten Glück, der Japaner unseres Vertrauens hatte gute Originalware aus Fernost. Ein witziger, hilfreicher Zeitgenosse übrigens, der Ladenbesitzer. Ihm war wichtig, dass wir original japanische Nudeln kaufen und „nichts von den Chinesen“. Aber klar doch.

Zum Ramenrezept gehört auch ein Schuss Sake (japanischer Reiswein), den wir für diesen edlen Zweck gerne opferten.

Wie man es aus anderen asiatischen Küchen kennt, ist für die Zubereitung von Ramen erstmal viel Schnippeln angesagt, sowohl für Zutaten zur Suppenbrühe als auch für Toppings, in unserem Fall unter anderem Frühlingszwiebeln.

Ramenbrühe wird normalerweise über viele Stunden mit Schweinefleisch gekocht. In unserer vegetarischen Variante kamen Kombu-Alge und Shiitake-Pilze zum Einsatz, um eine geschmacksintensive Brühe zuzubereiten.

Ein Schuss Sesamöl reicht, und die Küche riecht wunderbar nach japanischer Ramenbar. Das Öl ist der Startschuss für die Suppenbasis, vergleichbar mit dem soffrito der italienischen Küche. Knoblauch, Ingwer, Miso und fermentierte Bohnenpaste sorgen für die nötige Würze. In unserem Fall ein wenig zu viel Würze anfangs – wir hatten die Schärfe der Paste ein wenig unterschätzt.

Sojasoße darf natürlich auch nicht fehlen.

Das klassische Ramen-Ei wird nicht ganz hartgekocht (daran haben wir uns nicht gehalten), und dann über längere Zeit in Sojasoße eingelegt, so dass das Ei einen herrlich salzigen Geschmack annimmt.

Erst wenn die Brühe fast fertig ist, werden die Nudeln gekocht, die nur vier Minuten brauchen.

Die fertigen Nudeln landen als erstes in der Suppenschlüssel, gefolgt von der Suppe, und schließlich den vorbereiteten Toppings.

Als Toppings bei der Premiere am Start: Mais, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln, Ei und Pak Choi. Dementsprechend waren die Schüsseln auch ordentlich voll.

Ein herrlicher Duft und ein herrlicher Anblick. Nicht schlecht für die Premiere, und geschmeckt hat es auch.

頂きます!